Uruguay LänderinformationSeite ausdrucken

Länderflagge UruguaysNamensgeber des Landes Uruguay ist der gleichnamige Fluß "Río Uruguay", dessen Name der Indiosprache Guaraní entstammt und "Wasser" bzw. "Fluß der bunten Vögel" bedeutet.

Offizieller Name: República Oriental del Uruguay (R.O.U.) - Republik Östlich des (Flusses) Uruguay
Proklamation der Unabhängigkeit: 25. August 1825
International anerkannt: 27. August 1828
Staatsgründung: 24. 10. 1830
Geographische Lage: Südamerika, zwischen Brasilien (Norden und Osten), Argentinien (Westen und Südwesten), Río de la Plata (Süden) und Atlantik (Südosten)
Zeitzone: GMT -3 (= -4 Std. Zeitverschiebung zu MEZ, während der europäischen Sommerzeit: -5 Std., während der hiesigen Sommerzeit -3 Std.)
Hauptstadt: Montevideo
Landessprache: Spanisch
Landeswährung: 1 Uruguayischer Peso (urug$ bzw. UYU) = 100 Centésimos
       Die aktuellen Wechselkurse des Uruguayischen Peso erfahren Sie auf der Homepage der Zentralbank Uruguays (BCU).
Gültige Verfassung v. 1. 3. 1967, mit Änderungen (durch Plebiszite) v. 26. 11. 1989, 26. 11. 1994, 8. 12. 1996 (Modernisierung des Wahlverfahrens) und 31. 10. 2004 (Nationalisierung des Trinkwassers). (Hier der spanische Originaltext der Verfassung Uruguays.)
Landesflagge: hier
Staatswappen: hier

Die uruguayische Nationalhymne finden Sie hier mit Text und Ton, auch zum Download.

Staatswesen & Politik...

Staatsaufbau

Regierungsform: Präsidialrepublik seit 1830 mit Zweikammerparlament, Gewaltenteilung und föderativer Organisiation (19 Verwaltungsbezirke = "Departamentos"). Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre, zusammen mit den Parlamentswahlen. Neben den klassischen drei Staatsgewalten (Legislative, Exekutive, Judikative) gibt es in Uruguay noch den Obersten Wahlgerichtshof ("Corte Electoral") als vierte unabhängige Staatsgewalt.

Die uruguayischen Bundesländer / Departamentos in alfabetischer Reihenfolge: Artigas, Canelones, Cerro Largo, Colonia, Durazno, Flores, Florida, Lavalleja, Maldonado, Montevideo, Paysandú, Río Negro, Rivera, Rocha, Salto, San José, Soriano, Tacuarembó, Treinta y Tres.

Das Zweikammerparlament ("Asamblea General") besteht aus dem Unterhaus / Abgeordnetenkammer ("Cámara de Diputados") mit 99 Abgeordneten ("Diputados") sowie dem Oberhaus / Senat ("Senado") mit 30 Senatoren ("Senadores") plus Senatspräsident qua Amt (Vizepräsident der Republik), die jeweils für 5 Jahre gewählt werden.

Wahlpflicht ab 18 J.Zum Seitenanfang

Politische Parteien

In Uruguay gibt es ungefähr so viele politische Gruppierungen und Parteien wie Politiker - ein Relikt der Caudillo-Mentalität. Anders als in Deutschland gibt es auch innerhalb der bestehenden Parteien ganz offiziell Fraktionen bzw. Seilschaften, die sich um einen bestimmten Führer (= Caudillo) scharen. Bis einschl. zu den Wahlen vom November 1994 traten sogar mehrere Präsidentschaftskandidaten derselben Partei an, was zu einer unglaublichen 'Zettelwirtschaft' in den Wahlkabinen führte.

Die beiden klassischen Parteien sind der Partido Colorado (PC, "Colorados") und der Partido Nacional (PN, "Blancos"), beide bereits 1836 gegründet, vertreten rechtskonservative bzw. liberale Strömungen. Sie haben dieses Land aufgebaut und seine Geschicke 170 Jahre lang bestimmt, von der Staatsgründung bis in die Gegenwart. Ihre ideologischen Unterschiede sind etwa so groß wie die zwischen SPD und CDU, also nicht kategorisch, sondern graduell. Unter dem "Batllismo" der Colorados versteht man eine Politik, wie sie idealtypisch von José Batlle y Ordóñez verkörpert wurde (daher der Name) und die Anfang des 20. Jahrhunderts die "Schweiz der Amerikas" hervorbrachte: Vom wirtschaftlichen Fortschritt müssen alle Bürger profitieren durch eine entsprechende Gesetzgebung und gezielte und stimulierende Interventionen des Staates (sog. Soziale Marktwirtschaft), im Gegensatz zum "Herrerismo" der Blancos, benannt nach Luis Alberto de Herrera Quevedo, der nur auf Selbstregulation des Marktes und völlige untenehmerische Freiheit setzt, ohne Staatsinterventionen (sog. Neoliberalismus).

Der Frente Amplio enstand 1971 als politische Heimat all derer, die sich mit den traditionellen Parteien und deren Umsetzung rein marktwirtschaftlicher bzw. neoliberaler Konzepte nicht (mehr) identifizieren konnten. Das Spektrum umfaßt kommunistische und christliche Organisationen, zahlreiche Abspaltungen der Blancos und Colorados, fortschrittliche Bürger und Militärs sowie Gruppierungen, die man mit 'unseren' Grünen und Liberalen (FDP) vergleichen könnte - kurz: alles von der traditionellen Linken bis hin zur uruguayischen CDU, inklusive der früheren Stadtguerrilla, den Tupamaros (MLN), die sich nach der Beendigung des uruguayischen Militärregimes (1973-1985) als politische Partei konstituierten und seit Jahren die stärkste Kraft innerhalb des Frente Amplio darstellen, bestätigt durch das Votum der Wähler.

Der derzeitige Staatspräsident, José Alberto Mujica Cordano, genannt "El Pepe" (* 20. Mai 1935 in Montevideo), ist einer der historischen Gründer und Führer der Tupamaros.

Für die Wahlen von 1994 war der Frente Amplio am 15. August 1994 zum "Encuentro Progresista - Frente Amplio" (EP-FA) erweitert worden. Das Encuentro Progresista war erst kurz zuvor gegründet worden unter der Regie von Tabaré Vázquez und Rodolfo Nin Novoa, die später zum uruguayischen Präsidenten bzw. Vizepräsidenten gewählt wurden für die Legislaturperiode vom 1. März 2005 bis 1. März 2010.

Für die Wahlen von 2004 erfolgte dann die Erweiterung zum "Encuentro Progresista - Frente Amplio - Nueva Mayoría" ("Fortschrittliches Bündnis - Breite Front - Neue Mehrheit"; EP-FA-NM).

Der Frente Amplio und seine Bündnispartner stellen seit 1990 die Stadtstaatsregierung von Montevideo und seit 2005 die Landesregierung Uruguays. Erste Bürgermeister von Montevideo waren bzw. sind (ohne Berücksichtigung von Interims-Intendenten): Tabaré Vázquez (1990-1995), Mariano Arana (1995-2005), Ricardo Ehrlich (2005-2010) und Ana Olivera (2010-2015). 2005 wurde Tabaré Vázquez der erste uruguayische Präsident, der nicht den traditionellen Parteien entstammte, 2010 gefolgt von José Mujica.Zum Seitenanfang

Rechtswesen   

Oberster Gerichtshof, 7 Appellationsgerichte, 224 Friedensrichter
Jedes Departamento hat seine eigenen Gerichte

Grundsätzlich ist die Rechtsprechung aufgeteilt in zivil- und strafrechtliche Angelegenheiten. Eine Verwaltungsgerichtsbarkeit existiert in Uruguay faktisch nicht.

Es gibt zwischen Deutschland und Uruguay weder einen Rechtshilfe- noch ein Auslieferungsabkommen. Rechtshilfe wird jedoch bedingt geleistet. Wegen Steuerschulden wird nicht ausgeliefert.

Militär

Berufsarmee, keine Wehrpflicht
Streitkräfte: 23.500 Mann (Heer: 14.500, Marine: 6.000, Luftwaffe: 3.000)
Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: unter 5%

Truppenkontingente Uruguays nehmen regelmäßig an sog. Friedensmissionen der UNO teil.Zum Seitenanfang

Geographie, Klima, Flora & Fauna...

Geographie

Fläche: 176.065 km², davon 87,6% landwirtschaftlich nutzbar. (Zum Vergleich: BRD 357.326 km².)
Maritime Wirtschaftszone / Hoheitsgewässer: 142.093 km².
Geographische Breite und Länge: zwischen 30° 5' und 34° 58' südlicher Breite sowie 53° 7' und 58° 28' westlicher Länge.
Landesgrenzen: 1.564 km (Argentinen: 579 km, Brasilien: 985 km).
Küsten: Osten: Atlantischer Ozean: 193 km, Süden: Río de la Plata: 378 km, Westen: Río Uruguay: 435 km.
Maximale Ausdehnungen: Nord-Süd: 530 km, West-Ost: 460 km.

Topographie & Landschaftsbild

Landschaftlich ist Uruguay, neben seinen ausgedehnten, zumeist vom Massentourismus noch unberührten Stränden, von natürlichen Savannen und sanftem, immergrünen, flachwelligen Land geprägt, bis auf zwei Hügelketten, die sich von Brasilien nach Uruguay hineinziehen (Cuchilla de Haedo und Cuchilla Grande). Entlang der Flußläufe bedeutende Waldbestände mit z.T. industriell verwertbaren Hölzern. In Küstennähe und Tälern vorwiegend Eukalyptus, Kiefern, Zedern und Palmen.

Durchschnittliche Höhe ü.d.M.: 117 m.
Höchste Erhebung: Cerro Catedrál: 514 m ü.d.M., gefolgt vom Mirador Nacional mit 501 m.Zum Seitenanfang

Klima, Temperaturen & Niederschläge

Uruguay wird der subtropischen Klimazone zugeordnet, was bedeutet: Das Wetter ist mild und gemäßigt, mit vier Jahreszeiten, angenehm warmen Sommern (de facto acht bis neun Sonnenmonate) und milden Wintern (während des europäischen Sommers). Die Niederschläge sind über das ganze Jahr verteilt, d.h. es gibt keine Regen- oder Trockenzeiten, was der Landwirtschaft zugute kommt. Der Frühling wird regelmäßig durch den Pampero de Santa Rosa eingeläutet, einen aus dem südlich gelegenen Argentinien herüberblasenden Sturm.

Temperaturmittel landesweit: Sommer: 22,8 °C, Winter: 13,3 °C
Durchschnittstemperaturen in Montevideo: 10,5 °C im Juli (Winter), 22,5 °C im Januar (Sommer)
Niederschläge landesweit: Jahresdurchschnitt: 1.055 mm³ (1.300 mm³ im Norden, 1.000 mm³ im Süden)

Klimatabelle: Durchschnittstemperaturen (°C) für Montevideo
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
28 28 26 22 18 15 14 15 17 20 23 26
17 16 15 12 9 6 6 6 8 9 12 15
11 10 9 8 6 5 5 6 7 8 10 10
6 5 5 6 6 5 6 7 6 6 6 7
21 22 21 19 15 13 12 11 12 15 18 19

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Flüsse und Seen

Uruguay ist sehr wasserreich. Der Hauptstrom ist der Namensgeber des Landes: Río Uruguay (Uruguay-Fluß), schiffbar bis Salto (im westnordwestlichen Teil des Landes), der im Süden, nach seiner Vereinigung mit dem aus Brasilien und Argentinien kommenden Río Paraná, den Namen Rió de la Plata (Silberfluß) führt. Der Rio Uruguay ist insgesamt 1.790 km lang und enstrpingt im südbrasilianischen Küstengebirge von Santa Catarina. Wichtigster Nebenfluß ist der uruguayische Río Negro (Schwarzer Fluß).

Der Río de la Plata ist eines der größten Flußsysteme der Welt. Er entsteht bei Nueva Palmira (oberhalb von Colonia del Sacramento) durch den Zusammenfluß der Flüsse Río Paraná (3.700 km) und Río Uruguay (1.790 km). Sein Mündungstrichter bei Punta del Este ist größte der Erde und bis zu 220 km breit. Mit seinen nur 290 km Länge ist der Río de la Plata sicherlich nicht einer der längsten Ströme unseres Planeten, verglichen etwa mit dem Amazonas (7.250 km) oder dem Nil (6.671 km), aber mit 19.500 Kubikmetern Wasser pro Sekunde ist er ganz bestimmt einer der wasserreichsten. Genauer gesagt liegt er auf Platz 9 der Weltrangliste (Quelle: Die-Erde.com), wobei der Amazonas auch in dieser Kategorie unangefochtener Spitzenreiter ist mit sage und schreibe 180.000 Kubikmetern pro Sekunde.

Weitere Flüsse Uruguays: Río Queguay, Río Yí, Río Santa Lucía, Río Cebollatí, Arroyo Solís Grande, Arroyo Solís Chico, Arroyo Pando... Eine vollständige Liste aller uruguayischen Flüsse und Bäche füllt viele Seiten (s. die Wikipediaeinträge auf Spanisch und Deutsch).

Ziemlich genau in der Landesmitte wurde am Río Negro der künstliche Stausee Rincón del Bonete mit 1.140 km² angelegt, an dem sich das größte Wasserkraftwerk Uruguays befindet, eingeweiht im Dezember 1945. (Weitere Wasskerkraftwerke befinden sich bei Salto Grande, Baygorria und Palmar.)

Weitere Seen Uruguays: Laguna Merín (s.u.), Laguna del Sauce, Laguna Negra, Laguna de Castillos, Laguna del Diario, Laguna de Rocha... (Eine komplette Auflistung befindet sich hier.)

Trinkwasservorräte

Nicht nur wegen seiner Flußsysteme Río Uruguay (im Unterlauf Rio de la Plata; s.o.) und Río Negro ist Uruguay ein an Süßwasser überreich gesegnetes Land, sondern vor allem auch wegen seiner beiden Süßwasserreservoires Guaraní, weltweit die zweitgrößte Trinkwasserreserve überhaupt mit einem Volumen von 1,2 Mio. Kubikkilometern (unterirdisch unter argentinischem, uruguayischem, brasilianischem und paraguayanischem Hoheitsgebiet gelegen), und der Laguna Merín (Merin-See), gelegen im uruguayisch-brasilianischen Grenzgebiet in der Nordostecke des Landes, mit geschätzten 37.000 Kubikkilometern die größte oberirdische Trinkwasserreserve weltweit, bereits 1940 von der Welternährungsorganisation (FAO) zur wichtigsten Süßwasserreserve der Welt erklärt.Zum Seitenanfang

Pflanzenwelt / Flora

Uruguay verfügt über eine sehr reichhaltige, subtropische Vegetation, die rund 2.500 Planzenspezies umfaßt. Die am weitesten verbreiteten Bäume sind wohl Eukalyptus, Kiefern, Zedern und Palmen, v.a. die für Uruguay typischen Butiapalmen (Geleepalmen, bot. Butia), die hier so gut gedeihen wie nirgendwo sonst. Nationalpflanze ist der Ceibobaum (Korallenbaum, Hahnenkammbaum, bot. Erythrina crista-galli L.) mit seinen feuerroten Blüten. Des weiteren sind z.B. erwähnenswert Weiden, Hibiskus und der für diese Breitengrade typische Jacarandá mit seinen blauvioletten Blüten. Auch der Ombubaum (Zweihäusige Kermesbeere, bot. Phytolacca dioica) und vor allem der Matestrauch (bot. Ilex paraguariensis) dürfen in so einer Auflistung keinesfalls fehlen.

Charakteristisch für Uruguay ist auch seine Vielfalt an Farnarten, darunter auch Riesenfarne, sowie an Orchideen und Jasminen. Heilkräuter sind ebenfalls charakteristisch für die uruguayische Flora. Zu nennen sind hier insbesondere die Carqueja (bot. Baccharis genistelloides, auch Baccharis trimera) und die Cola de Caballo (Ackerschachtelhalm, Zinnkraut u.a., bot. Equisetum arvense L.). Das Hauptverbreitungsgebiet der ersteren ist die uruguayische Costa de Oro.

Ein systematischer Überblick über die uruguayische Flora befindet sich hier.Zum Seitenanfang

Tierreich / Fauna

Nutztiere: Am typischsten für Uruguay sind natürlich die landwirtschaftlichen Nutztiere, allen voran Rinder (v.a. der Rassen Hereford und Aberdeen Angus), Schafe, Schweine, Hühner, in geringerem Umfang auch Ziegen und seit einigen Jahren vereinzelt Alpakas. Pferde werden immer noch häufig als Nutztiere auf Bauernhöfen und v.a. Estancias gehalten, aber auch als Rennpferde und für den Export gezüchtet (z.B. die urug. Araberhengste). Die Criollo-Rasse ist für Uruguay am Typischsten.

Haustiere: Als Haustiere sind hierzulande Hunde am weitesten verbreitet, die v.a. in ländlichen Gebieten auch die Funktion eines Wachhundes haben, gefolgt von Katzen, Vögeln, Zierfischen, Hamstern und etwas exotischeren Maskottchen.

Wildtiere: Aus dem Reich der Wildtiere sind u.a. erwähnenswert (und zum Teil für die gesetzlich erlaubte Jagd interessant): Rotwild (Axis- und Damhirsche), Wildschweine (gelten auf dem Land offiziell als Plage, große Exemplare wiegen bis zu 180 kg und mehr!), Asiatische Wasserbüffel, Feldhasen, Füchse (typisch sind die grauen Füchse), Wildkatzen, Pumas (in freier Wildbahn praktisch nicht mehr anzutreffen), Tapire, Gürteltiere (span. Tatú bzw. Peludo), Fischottern (darunter die bis zu 2,20 m langen, vom Aussterben bedrohten Riesenfischottern) und die für die native uruguayische Fauna besonders typischen Wasserschweine (span. Carpincho; vom Aussterben bedroht und unter Naturschutz stehend).

Meeressäuger: Uruguay verfügt (nach Alaska) über die weltweit zweitgrößte Kolonie von Seehunden und Seelöwen (auf der "Isla de Lobos" vor Punta del Este). Auch Wale und Delphine werden regelmäßig vor den Küsten gesichtet. Sie dringen auch in den Río de la Plata ein bis auf die Höhe von Piriápolis! Eine weitere Besonderheit sind die Süßwasserdelphine des Río de la Plata.

Vogelwelt: Zu den für Uruguay typischsten Vogelarten gehören der Rosttöpfer (span. Hornero, zool. Furnarius rufus) und der Schwefeltyrann (ein Sperlingsvogel, span. Benteveo, zool. Pitangus sulphuratus). Weitere typische Vogelarten sind: Ñandús (der südamerikanische Vogel Strauß, zool. Rhea americana), Wellensittiche (span. Cotorra, zool. Melopsittacus undulatus; gelten hier als Plage!), Eulen, Kardinale, Störche, Flamingos, Fischreiher, Geier, Schwäne (auch die sehr seltenen schwarzhalsigen Schwäne), Kolibris, Rebhühner sowie diverse andere Tauben- und Wildentenarten. (Eine vollständige Liste aller in Uruguay vorkommenden Vogelarten befindet sich hier.)

Süßwasserfische: Die uruguayischen Gewässer sind sehr fischreich. Die Flüsse Río de la Plata, Río Uruguay, Río Negro und Nebenflüsse sind Habitat von über 150 Fischarten, darunter etliche, die lecker schmecken und auch bei Sportfischern sehr beliebt sind.

Eine Kuriosum sind die elektrischen Fische, die vom Amazonas bis zum Río de la Plata verbreitet sind. Der potenteste von ihnen, der bis zu 2 m lange Südamerikanische Zitteraal (Electrophorus electricus; hier ein Electrophorus-Foto), erzeugt mit etwa 800 V die höchsten elektrischen Spannungen eines lebenden Organismus. Seine Schläge können auch für Menschen gefährlich werden. In Uruguay ist dieser Riese allerdings recht selten, kleinere elektrische Fische kommen jedoch relativ häufig vor. Auch Piranhas (Serrasalmus spilopleura) kann man in uruguayischen Gewässern antreffen, jedoch nicht sehr häufig.

Weitere Süßwasserfische: Diverse Welsarten (span. Bagre), Engmaulsalmler (span. Boga de río), Säbelzahnsalmler (span. Chafalote), Tigersalmler (span. Tararira), Karpfen (span. Carpa; im Río de la Plata auch Riesenkarpfen von über 100 kg!), Adlerfisch (span. Corvina), Goldbrasse (Dorade, span. Dorado), Meeräsche (span. Lisa), La-Plata-Ährenfisch (span. Pejerrey), Süßwasserrochen (span. Raya de río), Schaufelmaul (span. Surubí atigrado), Patí.(span. Patí; ein archaischer Bewohner der Flüsse des südlichen Südamerika).

Salzwasserfische und Meeresfrüchte: Uruguay ist ein Anglerparadies nicht nur für Süßwasserfische, sondern auch für Meeresbewohner. Von Sardellen (Anchovis) über Schwertfische bis hin zu großen Blauhaien kann man hier alles Mögliche fangen. Auch Garnelen, Muscheln und Krebse werden vor der uruguayischen Küste 'geerntet'. (Anmerkung: Mit Haien kommt es an uruguayischen Stränden nie zu Problemen.)

Zu den wichtigsten Speisefischen und Meeresfrüchten gehören:

       Merluza (Seehecht; Merluccius hubbsi)
       Corvina blanca (Weißmaul-Quakfisch; Micropogonias furnieri; dringt auch in Flüsse ein)
       Pescadilla (Kleiner Seehecht; Cynoscion guatucupa),
       Merluza negra (Schwarzer Seehecht; Dissostichus eleginoides)
       Lenguado (Seezunge; Paralichthys spp.),
       Pejerrey (La-Plata-Ährenfisch; Odontesthes spp.; kommt auch im Süßwasser vor)
       Brótola (Brauner Gabeldorsch; Urophycis brasiliensis)
       Anchoa, Anchoita, Burel (Anchovi, Sardelle; Engraulis anchoita)
       Calamar, Pulpo (Tintenfisch, Octopus; Illex argentinus)
       Camarón, Quisquilla (Garnele, Krabbe, Crevette, Shrimp; Penaeus paulensis)
       Centolla (Antarktische Königskrabbe; Lithodes santolla)
       Cangrejo rojo (“roter Krebs”; keine Übersetzung gefunden; Chaceon notialis)
       Atún (Thunfisch; Thunnus spp.)
       Pez Espada (Schwertfisch; Xyphias gladius)
       Mejillón (Miesmuschel; Mytilus edulis)
       Cangrejo azul, Jaiba (Blaukrabbe; Callinectes sapidus)

Ein Überblick über die wichtigsten in uruguayischen Gewässern gefangenen Salzwasser-Speisefische und Meeresfrüchte, geordnet nach Fangmengen bzw. wirtschaftlicher Bedeutung, befindet sich hier (Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei). Die vollständigste, jemals veröffentlichte Liste in uruguayischen Gewässern vorkommender Fischspezies (erfaßt wurden 388) befindet sich hier.

Reptilien & Amphibien: Pythons (keine Zehn-Meter-Exemplare, sondern deutlich kleinere), paraguayische Ankcondas, Kaimane, Alligatoren und andere Krokodilspezies (manche leider von der Extinktion bedroht), Schildkröten, Eidechsen und Salamander. Eine spezielle Erwähnung verdient die Sandkröte (span. Sapo Grande, zool. Bufo arenarum), weil ihr Gequake zur Brunftzeit überall auf dem Land erschallt.

Giftiges Getier: Kreuzottern, Amerikanische Lanzenottern, Klapperschlangen und Korallenschlangen (Kobras, frei jagdbar). (Eine Aufstellung aller in Uruguay vorkommenden Schlangenarten befindet sich hier.) Natürlich gibt es hier auch Taranteln, Vogelspinnen, Schwarze Witwen, Brasilianische Wanderspinnen und ähnliches Krabbelgetier (hier ein Überblick über die in Uruguay beheimateten behaarten Spinnenarten), ebenso wie Skorpione.

Zum Glück jedoch sind Zwischenfälle mit derartigen Tieren höchst selten bis inexistent. In dicht besiedelten Gebieten treten sie praktisch nicht auf, nur auf dem Land, und dort ist genug Platz.Zum Seitenanfang

Demographie, Gesellschaft & Soziales

Demographie

Uruguay ist das einzige Land der "Neuen Welt", in dem praktisch keine Vermischung mit der Urbevölkerung stattgefunden hat. Das ist nicht unbedingt ein Ruhmesblatt, wurden doch die hier ansässigen Indios, vorwiegend Charrúas, unter der Regie der ersten uruguayischen Regierung alle massakriert und die wenigen Überlebenden versklavt, aber es ist eben ein Fakt. Die Bewohner des Landes stammen zu ca. 88% von europäischen Einwanderern ab, die vor allem aus Spanien und Italien ins Land kamen, in großem Abstand gefolgt von deutschen, schweizer, französischen und britischen Immigranten-Kontingenten. Ca. 4% der Einwohner Uruguays sind Nachfahren afrikanischer Sklaven (v.a. aus Angola), etwa 8% sind Mestizen.

Bevölkerung: 3.241.003 Einwohner (Zensus 2004), davon 1.565.533 Männer und 1.675.470 Frauen (offizielle Bev.statistik 1852-2004)
Städtischer Bevölkerungsanteil: 92% (Zensus 2004)

Größte Städte (Zensus 2004):
       Montevideo: 1.325.968 Ew. (nimmt man die Vorstädte mit hinzu, leben hier ca. 50% der Bev.)
       Salto: 80.823 Ew.
       Paysandú: 76.191 Ew.
       Las Piedras: 58.288 Ew.
       Rivera: 57.316 Ew.

Bevölkerungsanteil unter 15 Jahren: 25% (Zensus 2004)
Bevölkerungsdichte: 18,4 Einwohner / km² (Zensus 2004); Montevideo: 2.523 Ew./km², Landesinneres: 10,9 Ew./km²
Bevölkerungswachstum: 4,8‰ (2008; durch Geburten, ohne Zuwanderung; Statistik hier)
Durchschnittliche Lebenserwartung: 75,97 J., Männer: 72,41 J., Frauen: 79,73 J. (2008)
Durschschnittliches Alter der Bevölkerung: 32,8 Jahre (2008)
Fruchtbarkeitsrate: 2,01 Kinder x Frau (2008)
Geburtenrate: 14,2 Lebendgeborene auf 1000 Ew. (2008)
Sterberate: 9,4 Todesfälle auf 1000 Ew. (2008; Statistik hier)
Eheschließungen: 10.629 (2010; historischer Tiefststand der letzten 50 Jahre;
       bis einschl. 1991 gab es jährlich jeweils über 20.000 Eheschließungen in Uruguay; Statistik hier)
Geburten: 47.420 (2010; ebenfalls rückläufig; Statistik hier)
Ehescheidungen: 14.300 (2004; ebenfalls eine Rekordmarke; keine neueren Daten verfügbar;
       1961 gab es 1.798 Scheidungen pro Jahr; Statistik hier)

Religionszugehörigkeit: 74% römisch-katholisch, 2% protestantisch (lutherisch), 2% jüdisch. 22% autodeklarieren sich als nicht religiös oder gehören anderen Glaubensrichtungen an. Andere Weltreligionen (Islam, Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Baha'i...) sind hierzulande praktisch nicht vertreten. Eine gewisse Verbreitung in der Bevölkerung hat die afro-brasilianische Naturreligion Umbanda. Außerdem gibt es noch kleinere Gruppen von Mennoniten, Jehovas Zeugen und aus den USA und v.a. Brasilien vordringenden christlichen Splitterreligionen.

Seit 1916 herrscht Trennung zwischen Kirche und Staat, die Glaubensfreiheit ist in der Verfassung festgeschrieben. Die römisch-katholische Kirche hat, v.a. gemessen an lateinamerikanischen Standards, relativ wenig Einfluss in Staat und Gesellschaft.

Christliche Nationalheilige: Sankt Jakobus der Jüngere, Sohn des Alphäus (San Jacobo; s. Wikipedia)
       Die Jungfrau (Maria) der Dreiunddreißig (Vírgen de los Treinta y Tres, Schrein in der Kathedrale der Departamentshauptstadt Florida; s. Wikipedia).

Weitere in Uruguay verehrte christliche Heilige: Sankt Antonius (San Antonio; eigener Tempel auf dem Cerro San Antonio in Piriápolis)
       Die Jungfrau (Maria) von Lourdes (Virgen de Lourdes, Schrein in der ihr gewidmeten Gruta de Lourdes, Montevideo)
       Sankt Conus von Teggiano (San Cono de Teggiano, eigene Kapelle in der Departamentshauptstadt Florida)Zum Seitenanfang

Soziales & Sozialindikatoren

Achtstundentag seit 1915, Frauenwahlrecht seit 1917, Rentengesetzgebung seit 1919, Mindestlöhne seit 1926, Arbeitslosenunterstützung seit 1944. Seit 1995 entlasten private Pensionsfonds (AFAP) die staatliche Rentenversicherung.

Anteil der öffentlichen Ausgaben am BIP (s. Nationaler Haushaltsplan 2010 bis 2014, vgl. Ley 18.719 v. 5. 1. 2010)
       Staatliches Gesundheitswesen: 3,4% bzw. 1,5 Mrd. USD (2009, 2004: 500 Mio. USD)
       Staatliches Bildungs- und Erziehungswesen: 4,5%
       Staatliche Altersversorgung: 15,0% (1996)
       Senatoren- und Ministergehälter: 127.502 Pesos (ca. 6.700 USD) pro Monat

Medizinische Versorgung: 3,7 Ärzte u. 4,4 Krankenhausbetten auf 1.000 Einwohner (2004)
Säuglingssterblichkeit: 7,68/1.000 Geburten (2010; Statistik hier)
Müttersterblichkeit: 18/100.000 Geburten (2004; Statistik hier)

Analphabetenrate: 3,21%, Männer: 3,74%, Frauen: 2,72% (1996; Statistik: hier, nach Altersgruppen aufgeschlüsselt: hier)
Armenanteil der Bevölkerung: 20,5% (Januar 2009)
       Im Januar 2008 hatte Armenanteil noch bei 26% gelegen, im Januar 2006 bei 27,5%.

Als "arm" ("pobre") gilt, wer (in Montevideo) 4.899 Pesos oder weniger pro Monat pro Person zur Verfügung hat. Für Gemeinden des Landesinneren mit mehr als 5.000 Einwohnern werden 3.251 Pesos als Grenze angesetzt, für kleinere Dörfer noch weniger. Der Anteil extremer Armut ist ebenfalls rückläufig. Im Januar 2009 lag er bei 1,5% der Bevölkerung (Januar 2008: 2%), wobei als "extrem arm" ("indigente") eingestuft wird, wer (in Montevideo) über 1.636 Pesos oder weniger pro Monat pro Person verfügt. Für Gemeinden des Landesinneren mit mehr als 5.000 Einwohnern liegt die Grenze bei 1.243 Pesos, im Falle kleinerer Dörfer noch tiefer. Der vollständige Bericht des uruguayischen Statistischen Bundesamts zum Thema Armut befindet sich hier (Juli 2009).

Wohlstandsverteilung, gemessen an der Teilnahme am nationalen Konsum (2007):
       Die ärmsten 10% : 1,6%
       Die reichsten 10%: 35,5%
Gini-Koeffizient: 47,1 (2007, das entspricht Platz 33 der Weltrangliste; 1999: 44,8)

HIV-Infektionsrate: 0,4%
HIV-Infizierte: 9.799 (2010; 830 mehr als 2009)
AIDS-Kranke: 3.985 (2010; 99 mehr als 2009)
Total HIV- und AIDS-Fälle 1983-2010: 13.784
AIDS-Todesfälle seit 1983: 1.552 (in den letzten drei Jahren ist keiner mehr gestorben; Statistik: hier)

Verwendung des Süßwassers: Landwirtschaft 91 %, Industrie 3 %, Haushalte 6 %
Zugang zu sauberem Trinkwasser: 98% bzw. 93% der Bevölkerung (Stadt/Land)
Zugang zu sanitären Anlagen: 95% bzw. 85% der Bevölkerung (Stadt/Land)Zum Seitenanfang

Bildungswesen

Kostenloser Unterricht in allen staatlichen Einrichtungen (Kindergarten bis Universität)
Schulpflicht: 6-14 Jahre (8 J.), Vorschulpflicht: ab 4 Jahren
Schulsystem: Öffentliche und private Ganztags-Gesamtschulen, aufgeteilt in 6 Jahre "Primaria" (Grundstufe) und 6 Jahre "Secundaria" (Oberstufe)

Die Secundaria ist unterteilt in den "Ciclo Básico" (CB) von der siebten bis zur neunten Klasse und das "Bachillerato Diversificado" (BD) von der zehnten bis zur zwölften. Nach dem Ciclo Básico hat man eine Art Mittlere Reife. Nach der zehnten Klasse muessen die Schüler sich für eine bestimmte Richtung entscheiden, wobei sie zwischen einer sozial-humanistischen, biologisch-landwirtschaftlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und künstlerischen Orientierung wählen können, wobei es im letzten Schuljahr zu einer weiteren Unterspezialisierung kommt.

Nach erfolgreichem Abschluß der zwölften Klasse hat man das Abitur ("Bachillerato"), das jedoch keine allgemeine Hochschulreife ist, sondern eine fachgebundene (deswegen "diversificado"), mit der man dann entsprechende Studiengänge belegen kann. (Eine genaue Beschreibung der uruguayischen Secundaria findet sich hier auf Wikipedia.)

Einschulungsquote im Primarbereich: 90%, im Sekundarbereich: 70%
Ein statistischer Überblick über das schulische Bildungsniveau der Über-Vierundzwanzigjährigen befindet sich hier (2010).
Anzahl der Kinder / Schüler / Studenten in
       Vorschule (Educación Inicial): 111.891 (2009; Statistik: hier)
       Grundstufe (Primaria): 336.865 (2009; Statistik: hier)
       Oberstufe (Secundaria): 268.073 (2009; Statistik: hier)
       Universitäten (Educación Terciaria): 99.699 (2007; Statistik: hier, nach Universitäten gegliedert),
              Der Löwenanteil der Student/innen, nämlich 81.774, ist an der staatlichen Universidad de la República immatrikuliert.

Daneben gibt es noch berufsqualifizierende Bildungseinrichtungen (Educación Técnica), allen voran die staatliche Universidad del Trabajo del Uruguay (UTU), eine Art Mischung aus Berufsschule und Volkshochschule. Hier waren 2009 72.092 Lernende eingeschrieben (Statistik: hier).

Einige empfehlenswerte Privatschulen:

Die wichtigsten uruguayischen Universitäten (alle in Montevideo):

Feiertage & Schulferien

Nationalfeiertage ("Feriados nacionales"):
       18. Juli (1830: Öffentlicher und allgemeiner Schwur der ersten Verfassung Uruguays v. 28. Juni 1830)
       25. August (1825: Proklamation der nationalen Unabhängigkeit)
       (An Nationalfeiertagen darf nur mit Sondererlaubnis gearbeitet werden.)

Feiertage, an denen nicht gearbeitet werden darf ("Feriados no laborables"):
       1. Januar (Neujahr)
       1. März (alle fünf Jahre: Regierungswechsel)
       Karfreitag bis Ostersonntag (2. Teil der Osterwoche)
       1. Mai (Tag der Arbeit)
       25. Dezember (Weihnachten)
       (An Feriados no laborables darf nur mit Sondererlaubnis gearbeitet werden.)

Feiertage, an denen gearbeitet werden kann ("Feriados laborables"):
       6. Januar (Hl. Drei Könige)
       Rosenmontag & Faschingsdienstag
       Palmsonntag bis Gründonnerstag (1. Teil der Osterwoche)
       19. April (1825: Landung der "33 Orientales" = 'Befreier' Uruguays)
       18. Mai (1811: Artigas siegt in der Schlacht bei Las Piedras gegen die Spanier)
       19. Juni (1764: Geburtstag des Nationalhelden José Artigas)
       12. Oktober (1492: Wiederentdeckung Amerikas durch Cristoforo Colombo)
       2. November (Allerseelen)
       (Behörden und Banken bleiben grundsätzlich geschlossen, aber auch viele Geschäfte und Büros.)

Aufgepaßt: Die Feiertage werden hier oft so verlegt, daß ein langes Wochenende zustande kommt.

Schulferien
       Sommerferien: Kurz vor Weihnachten bis Anfang / Mitte März (Schuljahresbeginn)
       Osterferien: Osterwoche ("Semana Santa" bis Ostersonntag)
       Herbstferien: Eine Woche im Mai
       Winterferien: 14 Tage im Juli ("Vacaciones de Julio")
       Frühjahrsferien: 10 Tage im September ("Vacaciones de Setiembre")Zum Seitenanfang

Kommunikation & Medien

Auf 1.000 Einwohner kommen 606 Rundfunk-, 531 Fernsehgeräte, 270,7 Telefonanschlüsse, 95,4 Mobiltelefone, 99,6 Computer, 16,2 Internetzugänge (2005).

Rundfunk: rund 160 Rundfunksender, davon 70 in der Hauptstadtregion.

Fernsehen: etwa 25 TV-Sender, darunter ein staatlicher (Canal 5) und drei private (Canal 4, Canal 10, Teledoce). Der Rest sind kleine Sender, oft mit lokaler / regionaler Orientierung. Die hiesige Norm ist PAL-N. Mit einem Normenwandler von PAL auf PAL-N (ca. 135,- USD) können Sie Ihr TV-Gerät auch hier benutzen.
Kabelfernsehen: seit 1995/96. Verschiedene Anbieter (u.a. TCC, Nuevo Siglo, Montecable, Multiseñal, CablePlus) mit Kanälen aus aller Welt, darunter meist auch die Deutsche Welle.
Satellitenfernsehen gibt es seit 2001 (Direct TV).

Tageszeitungen: 36 mit einer Gesamtauflage von ca. 950.000 Exemplaren.
Nachrichtenagenturen: Asociación de Diarios del Uruguay, Asociación de la Prensa Uruguaya.

Die wichtigsten Tageszeitungen

Die Schlagzeilen der uruguayischen Presse von heute befinden sich hier.

Die wichtigsten Wochenzeitungen

Einige Radiosender

Wirtschaft & Handel

Wirtschaftliche Rahmendaten

Uruguays Ökonomie basiert auf Landwirtschaft, für die mehr als vier Fünftel des Staatsterritoriums genutzt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf extensiver Weidewirtschaft mit Rinder- und Schafzucht, die einen Großteil der Exportprodukte und des Nationaleinkommens liefert. Durch die Ausweitung der Hoheitsgewässer wurde auch die Fischerei zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Ein weiteres Charakteristikum der uruguayischen Volkswirtschaft ist die in der Regel gut ausgebildete Arbeiterschaft.

Die nach wie vor spärlich vorhandene Industrie, angesiedelt zumeist in oder um Montevideo, verarbeitet hauptsächlich Agrarprodukte. Schwerpunkte sind Fleischveredelung und die Herstellung anderer Lebens- und Genußmittel, Verarbeitung von Wolle und Fellen, Produktion von Zucker, Textilien, Fußbekleidung, Lederwaren, Zement, Chemikalien, Elektrogeräte und Transportausrüstung, außerdem Erdölraffination und Forstindustrie.

Im Dienstleistungssektor sind in erster Linie die Finanzwirtschaft, die Software-Entwicklung und der Tourismus von Bedeutung.

"Die uruguayische Wirtschaft boomt derzeit wie in den letzten 60 Jahren nicht." Diese Aussage stammt von keinem Geringeren als Oppositionsführer Luis Alberto Lacalle vom Partido Nacional (Blancos). Während eines Galadiners, das Präsident Mujica für ca. 1.200 geladene Unternehmer und Investoren gab, sagte Lacalle weiters: "Alle politischen Kräfte des Landes sind sich einig" über die zu verfolgende Wirtschaftspolitik. "Das ist ein schönes Signal, das es sonst in keinem Land Lateinamerikas gibt, außer in Uruguay" (s. El País v. 4. 4. 2011). Auch Pedro Bordaberry, der Vorsitzende der Colorado-Partei, wollte da nicht hintanstehen und lobte bei dieser Gelegenheit die "Intelligenz" des uruguayischen Regierungschefs.

Der bekannte Unternehmer Juan Carlos López Mena (s. Wikipedia), Hauptaktionär von Buquebus (daher sein Spitzname "König der Schiffe") und eine der Hauptfiguren der argentinischen Unternehmerdelegation, drückte seine Zufriedenheit mit den Worten aus, "alle Wirtschaftsindikatoren" Uruguays seien "positiv", und die Steuerpolitik "vernünftig." Er fügte hinzu: "Sollte es irgendwann einmal Zweifel (an der Politik Mujicas) gegeben haben, sind diese jetzt alle ausgeräumt" (s. El País v. 4. 4. 2011). Flankiert war López Mena u.a. von den Industriebaronen Alejandro Bulgheroni (Erdöl und Erdgas, s. Wikipedia) und Gustavo Grobocopatel (bekannt als "Sojakönig", s. La Nación v. 4. 4. 2011). Auch Sprecher der uruguayischen Unternehmerverbände äußerten sich zufrieden über Mujica und seine Politik (vgl. El País v. 4. 4. 2011, El Observador v. 1. 3. 2011).

Diese Prosperität spürt man auch, wenn man unterwegs ist. Überall wird gebaut, die Supermärkte und Einkaufszentren sind voll, das Straßenbild ist geprägt von Neuwagen. Uruguay hat nach den Krisenerfahrungen von 1998 (Brasilienkrise) und 2002 (Argentinienkrise) seine Exportmärkte diversifiziert und die sog. internationale Finanzkrise der letzten Jahre nicht nur unbeschadet überstanden, sondern sogar ein Wirtschaftswachstum verzeichnet. Auch die Produktpalette wurde vergrößert und die früher gegebene, nahezu einseitige Ausrichtung auf den Fleischexport stark reduziert. Es herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Das Wirtschaftswachstum beläuft sich seit 2004 auf durchschnittlich 8% oder mehr, mit einer Ausnahme des Jahrs der Internationalen Finanzkrise 2009, in dem das BIP nur um 2,9% stieg.

BIP: 2010: 47,99 Mrd. USD, 2009: 44,24 Mrd. USD, 2008: 43,13 Mrd. USD
Wirtschaftswachstum (BIP) x Jahr: 8,5% (2010, das entspricht Platz 14 der Weltrangliste)
Wachstumsrate der industriellen Produktion: 15,3% (2010, das entspricht Platz 10 der Weltrangliste)
BIP pro Kopf: 2010: 13.700 USD, 2009: 12.700 USD, 2008: 12.400 USD
Bruttoinlandprodukt nach Wirtschaftssektoren (2010):
       Landwirtschaft: 9,2%
       Industrie und verarbeitendes Gewerbe: 22,3%
       Dienstleistungsbereich: 68,5%

Durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen pro Monat (Juli 2011; komplette Statistik: hier):
       Landesdurchschnitt: 14.946 Pesos (ca. 817,- USD)
       Montevideo: 19.241 Pesos (ca. 1.051,- USD)
       Landesinneres: 12.092 Pesos (ca. 661,- USD)
Durchschnittliches Haushaltseinkommen pro Monat (Juli 2011; komplette Statistik: hier):
       Landesdurchschnitt: 41.904 Pesos (ca. 2.290,- USD)
       Montevideo: 44.030 Pesos (ca. 2.406,- USD)
       Landesinneres: 35.201 Pesos (ca. 1.924,- USD)
Entwicklung der Löhne: Anstieg um durchschnittlich 46,12% von Juli 2008 bis Juli 2011 (Statistik: hier)
Gesetzlicher Mindestlohn pro Monat (seit 1. 1. 2011): 6.000 Pesos (ca. 325,- USD)
       (Mitte 2005 hatte der gesetzliche Mindeslohn noch bei ca. 102,- USD gelegen; komplette Statistik: hier)

Arbeitende Bevölkerung: 1,637 Mio. (2010)
       Landwirtschaft: 13%
       Industrie und verarbeitendes Gewerbe: 14%
       Dienstleistungsbereich: 73%
Frauenanteil an den Beschäftigten: 42,2%
Anteil der Staatsangestellten: 15% (Juli 2009)
Kinderarbeit: weniger als 1% der Unter-Fünfzehnjährigen (s. hier)
Arbeitslosigkeit: 6,2% (6,0% im Landesinneren, 6,5% in der Hauptstadt Montevideo; Dez. 2010)

Investitionsrate: 20% des BIP (2010)
Ausländische Direktinvestitionen: 1,13 Mrd. USD (2009; zum Vergleich: 2006: 1,50 Mrd. USD, 2002: 0,18 Mrd. USD; Statistik: hier)

Devisen- und Goldreserven: 7,657 Mrd. USD (31. 12. 2010, 8,038 Mrd. USD 31. 12. 2009)
Staatseinkünfte: 11,8 Mrd. USD (2010)
Staatsausgaben: 12,29 Mrd. USD (2010)
Zahlungsbilanz: -1,59 Mrd. USD (2009; zum Vergleich: 2006: +15,4 Mio. USD, 2001: -302,1 Mio. USD; Statistik: hier)
Steuern und andere Staatseinnahmen: 29,3% des BIP (2010)
Staatliche Neuverschuldung: 1,1% des BIP (Juni 2010)
Staatsverschuldung: 56,3% des BIP (2010; 2009: 60,4%)
Auslandsverschuldung: 13,935 Mrd. USD (2009; Statistik: hier)
       davon öffentlich: 12,615 Mrd. USD
Inflationsrate (Konsumentenpreise): 6,93% (Dez. 2010; komplette Statistik: hier)

Diskontsatz der Zentralbank: 20% (31. 12. 2010, 20% 31. 12. 2009)
Leitzinssatz der Zentralbank: 10,3% (31. 12. 2010, 15,28% 31. 12. 2009)
Geldmenge M1 ("narrow money", Umlaufendes Bargeld plus täglich fällige Einlagen): 3,98 Mrd. USD (31. 12. 2010, 3,14 Mrd. USD 31. 12. 2009)
Geldmenge M3 ("broad money"): 14,22 Mrd. USD (31. 12. 2009, 11,78 Mrd. USD 31. 12. 2008; zu den Geldmengenbegriffen s. hier)
Inländisches Kreditvolumen: 12,74 Mrd. USD  (31. 12. 2010, 10,22 Mrd. USD 31. 12. 2009)
Marktwert öffentlich gehandelter Aktien: 238 Mio. USD (31. 12. 2010, 219 Mio. USD 31. 12. 2009)

Wechselkurs 1 USD : Uruguayische Pesos (Jahrsdurchschnittswerte):: 20,051 (2010), 22,568 (2009), 20,936 (2008), 23,947 (2007), 24,048 (2006)

Steuerfreibetrag (seit 1. 1. 2011): 15.582 Pesos pro Monat (ca. 852,- USD; s. El País)
Höchste Steuerklasse: 30% (Gewinne und Einkommen)Zum Seitenanfang

Außenhandel

Exporte (FOB): 5,41 Mrd. USD (2009; zum Vergleich 2002: 1,86 Mrd. USD)
Importe (CIF): 6,91 Mrd. USD (2009; zum Vergleich 2002: 1,96 Mrd. USD)
Außenhandelsbilanz: -1,50 Mrd. USD (2009; zum Vergleich 2002: -0,10 Mrd. USD;
       detaillierte Statistik nach Regionen, Ländern und Ex-/Import-Volumina: hier)

55% der uruguayischen Exporte sind Artikel des Grundbedarfs, wobei Rußland und China die derzeit dynamischsten Absatzmärkte für diese Waren sind. Die Exporte in diese Länder stiegen 2010 um 60%. Auch die Ausfuhren in die Nachbarländer Argentinien und Brasilien blieben ungebrochen auf hohem Niveau. Brasilien war 2010 Uruguays Absatzmarkt Nr. 1, gefolgt von China auf dem zweiten und Argentinien auf dem dritten Platz.

Die Nachfrage aus Asien wächst ungebrochen durchschnittlich um rund 10% pro Jahr, und eine Abschwächung dieses Trends ist nicht in Sicht. Die neuesten Exportziffern, veröffentlicht am 14. Januar 2011, zeigen, daß Uruguay 2010 doppelt soviel exportiert hat wie 2005 und dreimal soviel wie im Jahr 2000. Rund 10% der uruguayischen Exporte werden über die Freihandelszone und den Hafen von Nueva Palmira (am Unterlauf des Río Uruguay) abgewickelt.

Die Preise für Rindfleisch, Uruguays traditionellem Top-Exportartikel, stiegen zwischen Dezember 2009 und Dezember 2010 auf dem Weltmarkt um 18,4%. Getreide und Speiseöle, insbesondere Sojaöl, verzeichneten einen Preisanstieg von 38,8% bzw. 55,3%.

Die Haupt-Exportprodukte Uruguays sind (Warenwerte für 2009 in Mio. USD): Rindfleisch (952,39), Schaffleisch (81,66), Lebendvieh (81,73), Fische und Meeresfrüchte (164,87), Milch und Milchprodukte (384,01), Reis (461,21), andere Agrarprodukte (265,15, vor allem Weizen und Sojabohnen), tierische und pflanzliche Fette und Öle (94,74), Erzeugnisse der Lebens- und Genußmittelindustrie (152,88), Erzeugnisse der chemischen und pharmazeutischen Industrie (293,04), Plastik- und Kautschukprodukte (255,18), Felle und Leder (170,19), Bauholz, Holzkohle, Kork und daraus hergestellte Waren (333,65), Zellulose, Papier und Karton (113,06), Glas, Keramik und verwandte Produkte (84,48), Wolle (51,53), Bekleidung (41,03), Perlen, Edelsteine, Halbedelsteine, Edelmetalle und daraus hergestellte Produkte (64,96), Metalle und daraus hergestellte Waren (63,88).

Quelle: Uruguayische Zentralbank. Die komplette Aufstellung der uruguayischen Exporte, auch für vorhergehende Jahre, befindet sich hier.

Die Haupt-Importgüter Uruguays sind: Erdöl und -Derivate, Hitech-Geräte und Präzisionsinstrumente, Fahrzeuge nebst Zubehör und Ersatzteilen, Maschinen und Werkzeuge, Erzeugnisse der Chemieindustrie, Kunststoff- und Kautschukprodukte, Textilien, Lebensmittel, pflanzliche Erzeugnisse.

Quelle: Uruguayische Zentralbank. Die komplette Aufstellung der uruguayischen Inporte, auch für vorhergehende Jahre, befindet sich hier.

Hauptlieferländer sind nach wie vor die traditionellen Handelspartner Argentinien und Brasilien. China ist auch in Uruguay auf dem Vormarsch und belegt inzwischen Platz drei, vor der Europäischen Union (Platz 4) und den USA (Platz 5). An sechster Stelle kommt Venezuela (Erdöl und -Derivate) (Statistik: hier).Zum Seitenanfang

Tourismus

Die Saison dauert hier von Mitte November bis Mitte März mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf dem Monat Januar, besonders der ersten Januarhälfte. Während der Saison verwandeln sich verschlafene Küstenorte, in denen ganzjährig nur wenige hundert oder tausend Menschen leben, in Metropolen. Unangefochtener Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Punta del Este, das gemäß der letzten Volkszählung von 2009 19.263 ständige Einwohner hat (s. Wikipedia), in dem sich aber während der Saison über 200.000 Menschen tummeln, bei einer Hotelbetten-Kapazität von 15.000 (s. Puntaweb) plus zigtausenden von Ferienhäusern und -Wohnungen.

2010 hatte die Zahl der Besucher des Landes um 14,57% gegenüber dem Vorjahr zugenommen und mit 2.098.265 Personen erstmals die Zwei-Millionen-Grenze überschritten (Ministerio de Turismo v. 11. 1. 2011). Damit hatte sich die positive Entwicklung von 2009 fortgesetzt, wo die Besucherzahlen auch schon einen Anstieg von 15,6% verzeichnet hatten (vgl. El País v. 8. 1. 2011). Die Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft beliefen sich 2010 auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Rund 200.000 Menschen fanden in diesem Sektor Arbeit (s. Ecos Regionales v. 11. 1. 2011).

Am stärksten hat 2010 das Kontingent der Brasilianer zugenommen: 43,19% mehr als 2009 kamen nach Uruguay, insgesamt 380.160 Personen, knapp 115.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der chilenischen Besucher stieg um 25,89% auf 53.344 Reisende. Und selbst die Argentinier, die traditionell den Löwenanteil der ausländischen Besucher Uruguays stellen, legten noch um 10,69% zu und erreichten mit 1.299.530 Personen eine historische Rekordmarke. Die Anzahl der paraguayischen Touristen stieg 2010 um 7,22% auf 37.286 Personen, die der übrigen Nationalitäten um 4,22% auf insgesamt 327.945 Personen (Ministerio de Turismo v. 11. 1. 2011).

Tourismusstatistik für Uruguay 2010.

Die mit Abstand meisten Touristen reisen über Colonia del Sacramento nach Uruguay ein (v.a. Argentinier). Im Jahr 2010 waren es 683.883. Über die lange Jahre von "Umweltschützern" blockierte Brücke bei Fray Bentos kamen im letzten Jahr 151.436 Menschen in's Land. 2009 schafften das nur 7.839, d.h. 2010 waren es 1.831,39% mehr!

Aber auch der internationale Flughafen von Montevideo-Carrasco hatte einen bedeutenden Anstieg zu verzeichnen. 2010 kamen hier 29,67% mehr Besucher an als 2009, insgesamt 404.719 Personen (Ministerio de Turismo v. 11. 1. 2011).

Andere Einreisepunkte verzeichneten 2010 folgende Zahlen:
       Paysandú: 184.040
       Hafen von Montevideo: 180.549
       Salto: 153.832
       Andere Grenzübergänge: 339.806Zum Seitenanfang

Bergbau & Bodenschätze

Bis auf Halbedelsteine im Norden keine nennenswerte Ausbeutung von Bodenschätzen - und das, obwohl solche vorhanden sind (z.B. Eisenerz. sehr wahrscheinlich auch Erdöl).

Energiewirtschaft

Stromproduktion: 9,89 Mrd. kWh (2010)
Stromverbrauch: 7,57 Mrd. kWh (2010)
Stromexporte: 711,4 Mio. kWh (2010)
Stromimporte: 386,8 Mio. kWh (2010)

Ölproduktion: 40.110 Barrels / Tag (November 2010)
Ölverbrauch: 34.670 Barrels / Tag (November 2010)
Ölexporte: 4.353 Barrels / Tag (November 2010)
Ölimporte: 53.110 Barrels / Tag (November 2010)
Ölvorkommen: werden offshore und onshore vermutet

Erdgasverbrauch: 70 Mio. m³ (2008)
Erdgasimporte: 76,6 Mio. m³ (2008Zum Seitenanfang)

Transport & Verkehr

Wichtigster Verkehrsträger Uruguays für den Personen- und Warentransport ist die Straße. Die Eisenbahn und ihr Schienennetz befinden sich nach ihrer Schließung Ende der 80er Jahre erst wieder im Aufbau. Der Personennah- und -Fernverkehr wird vor allem durch ein gut ausgebautes Busnetz abgewickelt. Große Bedeutung für den Gütertransport hat auch die Schifffahrt auf dem Río Uruguay und dem Río de la Plata.

Schienennetz: 3.002 km (2005)
Straßennetz: rund 50.000 km, davon 8.683 km Überlandstraßen (span. Rutas)
Motorisierung: 174 Pkw / 1.000 Einwohner (2005)
Binnenschifffahrt: 1.250 km Wasserwege, vor allem auf dem Río Uruguay und dem Río de la Plata.

Uruguay verfügt über zwei internationale Flughäfen, den "Aeropuerto Internacional de Carrasco" bei Montevideo (ca. 19 km. vom Zentrum entfernt, Fahrzeit ca. 35 min.) und einen kleinen Flughafen für Charterflüge an der Laguna del Sauce bei Punta del Este.

Wichtigster Hochseehafen ist der Hafen von Montevideo. Der zweite Hochseehafen ist der von Nueva Palmira im Unterlauf des Río Uruguay, der in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Ein dritter Hochseehafen ist bei La Paloma an der Atlantikküste geplant.Zum Seitenanfang

Uruguay und die Welt

Uruguayer im Ausland

Es wird geschätzt, daß rund eine Million Uruguayer im Ausland leben, die meisten in Argentinien, Spanien, Brasilien, Australien und Italien. Damit ist Uruguay neben Israel das Land mit dem höchsten im Ausland lebenden Bevölkerungsanteil. Die erste uruguayische Auswanderungswelle in der jüngeren Vergangenheit gab es in den 60er Jahren wegen der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage, die zweite in den 70er Jahren wegen politischer Verfolgung, die dritte im Gefolge der Wirtschaftskrise von 2002.

Nach Angaben des hiesigen Statistischen Bundesamts (Instituto Nacional de Estadística - INE) sind zwischen 1963 und 1975 185.710 Uruguayer ins Ausland gegangen, 122.804 zwischen 1975 und 1985, 68.170 zwischen 1985 und 1996 und 122.000 zwischen 1996 und 2004. Ein hoher Prozentsatz dieser Menschen kehrt nach einiger Zeit wieder nach Uruguay zurück.Zum Seitenanfang

Deutsche und Schweizer in Uruguay

Lt. einschlägiger Informationen leben derzeit rund 10.000 Deutsche und 40.000 Deutschstämmige in Uruguay. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Deutsche nur vereinzelt ins Land. Etwa ab 1850 kauften sie in den südlichen und östlichen Landesteilen eine Reihe von Estancias auf, auf denen sie mit Erfolg Viehzucht und Ackerbau betrieben. An verschiedenen Stellen bildeten diese Estancias kleine Streusiedlungen wie San Juan (im Departamento Colonia), Cardoso (im Departamento Río Negro), Santa Teresa (im Departamento Rocha), außerdem Alemannia, Nueva Germania und Nuevo Berlin (im Departamento Río Negro).

1857 formierte sich in Montevideo eine deutsche evangelische Kirchengemeinde, damals mit eigener Schule, die auch heute noch besteht (unter Pastor Armin Ihle).

1862-63 kamen Schweizer aus den Kantonen Bern, St. Gallen, Appenzell und Luzern, gründeten Nueva Helvecia im Südwesten Uruguays (im Departamento Colonia) und spezialisierten auf die Herstellung von Molkereiprodukten aller Art (auch heute noch). Auch Badener und Elsässer vermehrten mit der Zeit den alten Stamm der Kolonisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erneut viele Deutsche aus dem zerstörten Mutterland und den Vertreibungsgebieten hier eine neue Heimat.

Die Colonia Gartental, eine Siedlung von deutschen Mennoniten, die nach dem 2. Weltkrieg aus den Ostgebieten auswandern mußten, liegt zw. Mercedes und Paysandú. Eingewandert sind diese Menschen hier Anfang der 50er Jahre. Deutsche Bräuche wurden bewahrt, deutsche Straßenschilder zierten die Wege, z.T. auch heute noch. Weitere Mennonitenkolonien sind Colonia Nicolich (nördlich des Flughafens von Montevideo und der Ciudad de la Costa), Delta (im Departamento Colonia) und El Ombú, die vielleicht größte Mennonitensiedlung (bei Young, im Departamento Río Negro), in der begehrte Eßwaren nach deutscher Art hergestellt werden.Zum Seitenanfang

Offizielle Einwanderungsstatistik

Hier ein kurzer Überblick darüber, wieviele Daueraufenthaltsgenehmigungen insgesamt seit 2002 bewilligt wurden und wieviele davon an Argentinier, Brasilianer, US-Bürger und Deutsche gingen. (Österreicher und Schweizer werden in der Statistik der Einwanderungsbehörde nicht nicht gesondert aufgeführt. Der 'Rest' ging an Staatsbürger anderer Nationalitäten, v.a. Lateinamerikaner.)

Einwanderungsstatistik für Uruguay  2002 - 2009
Jahr Total Arg Bra USA Deu Andere
1.680 664 242 45 19 710
1.851 829 177 155 28 662
1.631 519 215 178 32 687
1.216 324 168 161 35 528
1.156 309 144 138 36 529
1.344 257 143 188 54 702
3.981 1.056 892 249 154 1.630
3.825 1.043 866 288 137 1.491
Total 16.684 5.001 2.847 1.402 495 6.939

Schlußfolgerungen:

Internationale Mitgliedschaften

Uruguay ist u.a. Mitglied von: Vereinte Nationen (UNO), Internationaler Währungsfonds (IMF), Weltbank, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Welthandelsorganisation (WTO), Internationale Arbeitsorganisation (ILO), Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB), Lateinamerikanische Integrationsvereinigung (ALADI), Lateinamerikanische Wirtschaftskommission (CEPAL), MERCOSUR (im Aufbau befindliche Wirtschaftsgemeinschaft aus Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay, mit Venezuela (2006) als noch nicht ratifiziertem Mitglied und Chile (1996), Bolivien (1997), Peru (2003), Kolumbien (2004) und Ecuador (2004) als assoziierten Staaten), UNASUR (politische Vereinigung aller südamerikanischen Staaten).

Montevideo ist Sitz von ALADI und Hauptstadt des MERCOSUR.

Uruguay gehört auch zu den Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls.


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