Bildungswesen in UruguaySeite drucken

Das Schulwesen in Uruguay ist m.E. besser als in Deutschland. Die Kinder lernen noch etwas, die Lehrer kümmern sich um ihre Sprößlinge, Diebstähle und Drogen an Schulen halten sich in Grenzen, auch wenn die Uruguayer selbst dies anders wahrnehmen. (Sie stellen keine Vergleiche mit den Verhältnissen in anderen Ländern an bzw. kennen diese gar nicht.)

Die meisten Schulen sind Ganztagsschulen, in denen die Kinder auch ihre Mahlzeiten einnehmen. Öffentliche Schulen sind schulgeld- und lehrmittelfrei vom Kindergarten bis zur Universität.

Privatschulen sind meist billiger als in Europa (ab umgerechnet 300 Euro pro Monat für meist 10 Monate im Jahr). Die allermeisten davon sind in Montevideo angesiedelt, aber es gibt auch welche in Maldonado sowie in Atlántida und in den Vororten Montevideos an der Küste, der sog. Ciudad de la Costa.

Wenn Sie schulpflichtige Kinder haben, sind Sie wohl in der Hauptstadt oder in deren Nähe am besten aufgehoben.

Die Schulpflicht beginnt in Uruguay mit vier Jahren. Da kommen die Kleinen in die Vorschule ("Preescolar"). Mit sechs Jahren beginnt dann die "Primaria", wie hier die Grund- bzw. Hauptschule heißen. Diese dauert sechs Jahre. Anschliessend besuchen die Kinder die "Secundaria", auch "Liceo" (Gymnasium) genannt. Wer die sechs Jahre Secundaria erfolgreich absolviert, hat das Abitur ("Bachillerato"). Man kann die Secundaria aber auch vorher verlassen. (Vor-/Schulpflicht herrscht hier von 4 bis 14 Jahren.)

Einen dreigeteilten Bildungsweg (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) wie in D gibt es hier nicht. Hier gehen alle auf eine Gesamtschule, die sie je nach Fähigkeiten, Neigungen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Herkunftsfamilie früher oder später verlassen.

Die Secundaria ist unterteilt in den "Ciclo Básico" (CB) von der siebten bis zur neunten Klasse und das "Bachillerato Diversificado" (BD) von der zehnten bis zur zwölften. Nach dem Ciclo Básico hat man eine Art Mittlere Reife. Nach der zehnten Klasse müßen die Schüler sich für eine bestimmte Richtung entscheiden, wobei sie zwischen einer sozial-humanistischen, biologisch-landwirtschaftlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und künstlerischen Orientierung wählen können, wobei es im letzten Schuljahr zu einer weiteren Unterspezialisierung kommt.

Nach erfolgreichem Abschluß der zwölften Klasse hat man das Abitur ("Bachillerato"), das jedoch keine allgemeine Hochschulreife ist, sondern eine fachgebundene (deswegen "diversificado"), mit der man dann entsprechende Studiengänge belegen kann.

Deutsche Schule Montevideo - Colegio Alemán MontevideoDas zweisprachige Abitur ("Bachillerato Bicultural") der Deutschen Schule Montevideo (Colegio y Licéo Alemán Montevideo, s. Foto links) wird auch in Deutschland anerkannt. Die Schule hat eine deutsche Leitung und einen teilweise deutschen Lehrkörper. Drei Fächer werden auf deutsch unterrichtet: Mathematik, Geschichte und Deutsch. Um neue Schüler kümmern sich Lehrkräfte und Schulleitung besonders intensiv. Die Gebühren belaufen sich auf umgerechnet rund 740,- € pro Monat (24.800,- $U) für die Secundaria, 10 Monate pro Jahr, und etwa 560,- € pro Monat (19.000,- $U) für die ersten sechs Schuljahre, ebenfalls 10 Monate pro Jahr.

Mit ihren Tarifen liegt die Deutsche Schule hier im oberen Mittelfeld der Privatschulen.

Des weiteren gibt es in Montevideo eine deutschsprachige (mit ähnlichen Einschränkungen wie oben) Waldofschule, allerdings nur für die ersten sechs Schuljahre (Primaria). Hier beläuft sich das Schulgeld auf rund 390,- € pro Monat (13.000,- $U), 11 Monate pro Jahr.

Sowohl das Colegio Alemán als auch das Colegio Waldorf verfügen über Vorschulen / Kindergärten.

Weitere gute Schulen (mit integriertem Gymnasium) sind u.a.:

Universitäten

Die uruguayischen Hochschulen können sich im internationalen Vergleich sehen lassen, die Abschlüsse werden international anerkannt. Uruguay hat anerkannte Wissenschaftler auf allen Gebieten hervorgebracht, z.B. in den Bereichen Medizin, Informatik und Biochemie.

So war z.B. auch im Team des Genomentschlüsslers Craig Venter ein Uruguayer. Die weltweit erste erfolgreiche Implantation eines Herzschrittmachers war am 3. Februar 1960 in Uruguay vorgenommen worden, in einer Klinik des CASMU, und zwar von Dr. Orestes Fiandra und Dr. Roberto Rubio.

Chemische Fakultät - Universidad de la República Oriental del Uruguay Die Universitäten befinden sich größtenteils in Montevideo. Einige Studiengänge kann man jedoch auch im Landesinneren belegen.

Bild: Die chemische Fakultät der Universidad de la República.

Die meistbesuchte Universität ist die angesehene staatliche, 1849 gegründete

Private Universitäten:


Erstellt: 6. Juni 2010
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2018

 

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