Aus dem Leben eines EinwanderungshelfersSeite drucken

Bild: Graf Dracula und eines seiner Opfer.Einwanderungshelfer sind die am meisten verschmähte und verleumdete Berufsgruppe, noch vor Rechtsanwälten, Immobilienmaklern und Bauunternehmern. Viele sprechen uns rundheraus Kompetenz und Ehrlichkeit ab. "Abzocker" ist die pauschale Etikette, die am meisten für uns gebraucht wird.

Bild: Einwanderungshelfer mit Kundin. Die Dame erhält gerade ihre Daueraufenthaltsgenehmigung für das Reich der Untoten. So werden Einwanderungshelfer von vielen wahrgenommen: auf einer Stufe mit Graf Dracula und Jack the Ripper.

Das Internet und die sich verschlechternden Lebensbedingungen in den 'entwickelten Industrienatíonen' haben das Tätigkeitsfeld eines Einwanderungshelfers erst ermöglicht. Im Internet stellt man sich als Einwanderungshelfer vor, hat seine Webseite, sein Forum, seinen Blog, was auch immer, und über das Internet stellen die Auswanderungsinteressenten die ersten Kontakte her.

Das Internet ist aber auch die Guillotine für die meisten von uns. Es braucht nur ein dahergelaufener Anonymus in einem gutbesuchten Auswandererforum zu behaupten: "XY ist ein Abzocker", und schon kommt der Schneeball in's Rollen, der leicht zu einer Lawine anwachsen kann. Beweise? Danach fragt kaum einer. Hintergründe? Wie kommt Anonymus dazu, so etwas zu behaupten? Was hat er/sie für eigene Interessen? Das interessiert auch kaum einen. Anonymus ist ein guter Mensch, warnt er doch augenscheinlich seine Mitmenschen vor einem vermeintlichen Delinquenten. Die Robots von Google kommen und indizieren das Posting, und wenn künftig jemand im Internet nach "XY" oder "Auswandern XY" sucht, findet er das "Abzocker"-Posting.

Die Betreiber der Foren, die derartige unfundierte und meist noch anonym verbreitete Verleumdungen zulassen, kümmern sich meist nicht um diese. Manche untertützen ein derartiges Treiben sogar noch entweder passiv, z.B. durch die technischen Rahmenbedingungen ihrer Foren (etwa daß man sich nicht einmal registrieren muß, um posten zu können), oder sogar aktiv, indem sie selber mit auf die Pauke hauen, nicht selten unter einem Alias, also ebenfalls anonym.

Viele Betreiber und auch Schreiber solcher Foren legen ihre eigenen Interessen nicht offen. Sie stellen sich als neutral und unparteiisch dar und verheimlichen dabei, daß sie doch eigentlich Immobilien in dem Einwanderungsland verkaufen oder andere Geschäfte dort machen wollen.

Wo erst einmal ein Schreihals da ist, der "Abzocker" kräht, tauchen wie aus dem Nichts gleich mehrere Andere auf, die in dieselbe Kerbe hauen, in den meisten Fällen Leute, die nichts Besseres zu tun zu haben scheinen und eben Krawall und Radau lieben. Google und andere Suchmaschinen indizieren munter weiter. Es wird eine richtige Party – nur nicht für den Einwanderungshelfer. Der verliert Kunden, in manchen Fällen sogar seine Existenzgrundlage.

Und er verliert nicht nur künftige Kunden. Auch Leute, die bisher mit seiner Arbeit zufrieden waren, bekommen plötzlich Zweifel. Ist vielleicht an den Anschuldigungen doch etwas dran? Man ist schließlich noch ein Frischling im Ausland, alles kommt einem noch "spanisch" vor, man versteht die Abläufe in der neuen Wahlheimat noch nicht – und man ist unsaubere Praktiken von dort gewohnt, wo man herkommt. Also doch...?

Dann gibt es noch die Grüppchenbildung, zu der nicht wenige Landsleute neigen. Man rottet sich mit vermeintlich Gleichgesinnten zusammen, die die gleiche Sprache sprechen. In solchen Runden fließt meist der Alkohol in Strömen. Das löst die Zunge und untergräbt Hemmungen und Anstand. Und nun raten Sie mal, wer das Thema Nummer Eins solcher feuchtfröhlicher Einwandererzusammenkünfte ist? Richtig: der oder die Einwanderungshelfer, wer sonst? Und was da zutage gefördert wird von Tratschonkeln und Klatschbasen, ist meistens von wenig gutem Geschmack.

Ach ja, die Leute, die da über einen lästern, müssen einen nicht einmal persönlich kennen und erst recht keine stichhaltigen Fakten parat haben. Die meisten, die sich über einen das Maul zerreissen, sind Leute, die nie mit einem etwas persönlich zu tun hatten.

Einwanderungshelfer sind wie andere Berufsgruppen auch: Es gibt solche und solche. Aber auch unter den Einwanderern und den Leuten, die sich in gewissen Foren herumtreiben, gibt es dubiose Früchtchen, mein lieber Schwan!

Und wenn sich gewisse anonyme Forenschmierfinke in gewissen Internetplattformen dann auch noch hinter dem Schutzschild der sog. "freien Meinungsäußerung" verstecken, dann ist das nichts Anderes als die Pervertierung eines menschlichen Grundrechts, nämlich des Rechts, seine Meinung sagen zu dürfen, in dessen Gegenteil, nämlich in das vermeintliche 'Recht', einen Anderen ohne jeden Hauch einer Fundierung in die Pfanne hauen zu können.

"Rufmord" heißt das eigentlich. Und eigentlich ist das strafbar.

 

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